Der Spaccatura-Stil

Das Prinzip dieser Kompositionstechnik.

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Definition

Der Spaccatura-Stil ist eine vom deutschen Komponisten Andreas Lehmann entwickelte Kompositionstechnik, welche er seit einigen Jahren vermehrt in seinen Musikwerken anwendet.

Die Methode des Spaccatura (ital. Riss, Zerrissenheit) beruht auf dem unvorhersehbaren Bruch innerhalb eines Musikwerks, mit dem Ziel neue Spannung mit Hilfe eines Klangs, einer Note, eines Akkord oder eines Rhythmus-/Taktwechsels aufzubauen.

Dabei wird der musikpsychologische Ansatz verfolgt, dem Zuhörer neues interessantes Musikmaterial zu liefern, um auf diese Weise stets neue Hörerwartungen zu schaffen.

Systematik

Bruch mit Akkorden

Ist die Dur- oder Moll-Harmonik etabliert wird mitten in dem Teil des Stücks ein harmoniefremder Akkord, meist unvorbereitet angewandt. Dabei kann die ursprüngliche Harmonik gleich danach weitergeführt werden oder der harmoniefremde Akkord ist die Basis des Zentrums einer neuen Harmonik.

Der Wechsel zwischen den Akkorden in unterschiedlicher Harmonik kann nur durch die richtige Melodieführung getragen werden.
Der Wechsel zwischen den Akkorden in unterschiedlicher Harmonik kann nur durch die richtige Melodieführung getragen werden.

Bruch mit Noten

Die Note wird als leiterfremd auf zeitlicher Ebene angewandt. Auf gleicher Zeit kann ein Ton in extremen Lagen, extrem hoch oder tief, verwendet werden.

Anwendung von Noten in extremen Lagen.
Anwendung von Noten in extremen Lagen.

Bruch mit Rhythmus-/Taktwechsel

Innerhalb des Rasters, welches durch den Rhythmus oder den Takt vorgegeben ist, wird urplötzlich ein Bruch ausgelöst. Die beliebteste Art ist innerhalb eines Viererschemas den letzten Takt durch einen neuen Takt bereits einzuleiten.

Der häufige Wechsel der Takte ermöglicht die ständige Verlagerung der Schwerpunkte.
Der häufige Wechsel der Takte ermöglicht die ständige Verlagerung der Schwerpunkte.

Bruch mit Klängen

Hierbei sind die unterschiedlichsten Formen der Klangbildung möglich. Ändern einer Artikulation, Dynamik, Spielanweisung oder Spieltechnik. Werden innerhalb des Musikwerks elektronische Musikinstrumente verwendet, können auch noch weitere Klangänderungen die Kompositionen beeinflussen.

Der Einsatz unterschiedlicher Spielanweisungen ändert stets den Klang eines Musikinstruments.
Der Einsatz unterschiedlicher Spielanweisungen ändert stets den Klang eines Musikinstruments.