Automatisiertes Motivsuchen in Musikwerken im MusicXML Format

  • Diplomarbeit von: Andreas Lehmann
  • Abgabe: 12. Juni 2009
  • Thema: Automatisiertes Motivsuchen in Musikwerken im MusicXML Format

„Wenn Ihnen ‘Mein kleiner grüner Kaktus‘ von den Comedian Harmonists gefällt, dann könnten Ihnen auch folgende Lieder gefallen.“ Hinter solchen Sätzen, die CD-Verkäufe von Online-Musikshops ankurbeln sollen, steckt neuerdings eine Software, die musikalische Ähnlichkeiten zwischen Musikwerken erkennt. Eine solche Software ist beispielsweise Pandora, die auf Basis von über 400 zugewiesenen subjektiven Attributen wie „Sax playing“, „Slow moving Bass Line“ oder „Emotional Female Lead Vocal Performance“ Ähnlichkeiten zwischen Musikwerken aus einer Datenbank abfragt. Diese Attribute werden von Experten des „Music Genome Project“ ständig ergänzt. Eine Alternative stellt der vom Fraunhofer-Institut entwickelte MPEG7-Standard dar. Eine Komponente von MPEG7 ist die Analyse einer Melodiekontur z.B. in einer Audio-Datei. So können Gemeinsamkeiten zwischen Musikstücken gefunden werden. Die Firma mufin von Magix bietet eine Software mit der MPEG7-Implementierung an.

Dieser Diplomarbeit liegt ein Algorithmus zugrunde, welcher die Idee des MPEG7-Standards - die Suche nach einer Melodiekontur - aufgreift und erweitert. Grundlage der Musikanalyse ist eine MusicXML-Datei. MusicXML ist ein Dateiformat zur Beschreibung von Musiknoten sowie deren Darstellung in einer Partitur. Es basiert auf der Auszeichnungssprache XML und besitzt eine eigene Dokumenttypdefinition (DTD).

Das Ziel dieser Arbeit ist das automatisierte Finden von Motiven und deren Motivverarbeitungen innerhalb eines Musikwerkes. Ein Motiv ist die kleinste musikalische Zelle, der Grundbaustein eines Musikstückes: ein Melodiefragment aus wenigen Noten. Aus mehreren zusammengesetzten Motiven bzw. Motivverarbeitungen entstehen Phrasen und später ganze Melodien. Motivverarbeitungen sind Möglichkeiten, ein Motiv so umzugestalten, dass ein Musikstück interessant bleibt und stets in sich geschlossen wirkt. Als  bekannteste Motivverarbeitungen sind die Sequenz (Wiederholung auf einer anderen Tonstufe) und Krebs (das Rückwärtssetzen des Motivs) zu nennen.

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